Essen von Sushi in der Schwangerschaft: Unbedenklich oder nicht? 

Schwanger Sushi essen

Eine gesunde Ernährung ist in der Schwangerschaft das A und O. Darum ist es nicht verwunderlich, dass viele Frauen während dieser Zeit genauer darauf achten, was sie zu sich nehmen. Sicher gehörst auch du dazu, sonst wärst du nicht auf unserer Seite gelandet. Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Im Folgenden verraten wir dir, ob du Sushi weiterhin während deiner Schwangerschaft genießen solltest oder nicht.

Was ist Sushi? – einfach und unkompliziert erklärt

Sushi ist eine traditionelle japanische Speise, die sich durch ihre Vielfalt an Zubereitungsarten und Zutaten auszeichnet. Die Hauptbestandteile von Sushi sind gesäuerter Reis (Shari), roher oder gekochter Fisch, Gemüse und verschiedene weitere Zutaten wie Algen, Avocado oder Ei. Bei uns kannst du dir gerne einen Überblick, über sämtliche Sushi Sorten holen.

Darum sollest du in einer Schwangerschaft auf klassisches Sushi verzichten

Roher Fisch kann Parasiten wie Anisakis enthalten, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. Diese Parasiten gelangen durch den Verzehr von infiziertem rohem Fisch in den menschlichen Körper und können Magenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Für Schwangere ist dies besonders problematisch, da ihr Immunsystem geschwächt ist. Eine Infektion kann daher schwerwiegender verlaufen und sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind gefährden.

Ebenso gefährlich sind Bakterien wie Listerien, die in rohem Fisch vorkommen können. Listerien verursachen eine Infektion namens Listeriose, die besonders bei Schwangeren zu ernsthaften Komplikationen führen kann. Listeriose kann zu Fehlgeburten, Frühgeburten oder schweren gesundheitlichen Schäden des ungeborenen Kindes führen.

Gut zu wissen: Eine Infektion mit Listerien äußert sich durch Symptome wie Muskelschmerzen, Fieber und andere grippeähnliche Beschwerden. Eine sofortige ärztliche Behandlung ist notwendig.

Ein weiteres Risiko sind hohe Schadstoffkonzentrationen in bestimmten Fischarten. Einige Fischarten wie Heilbutt, Schwertfisch und Thunfisch sind bekannt dafür, hohe Mengen an Quecksilber zu enthalten. Quecksilber ist ein Schwermetall, das die neurologische Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen kann. Langfristige Exposition gegenüber hohen Quecksilbermengen kann zu Entwicklungsverzögerungen, Lernschwierigkeiten und anderen neurologischen Problemen beim Kind führen. Daher sollte der Verzehr dieser Fischarten während der Schwangerschaft stark eingeschränkt oder vermieden werden.

Zusätzlich ist zu beachten, dass unsachgemäße Handhabung oder Lagerung von Fisch zu einer Lebensmittelvergiftung führen kann. Solche Vergiftungen können während der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen haben. Symptome einer Lebensmittelvergiftung reichen von Übelkeit und Erbrechen bis hin zu schweren Magen-Darm-Beschwerden. In einigen Fällen können Lebensmittelvergiftungen auch zu Dehydrierung und anderen ernsthaften Komplikationen führen, die sowohl die Mutter als auch das Kind betreffen können.

Sushi in der Schwangerschaft essen: Diese weiteren Zutaten sind problematisch

Nicht nur der rohe Fisch im Sushi kann für Schwangere ein Risiko bedeuten, sondern auch andere Zutaten, wie z. B.:

Algen: Algen sind eine häufig verwendete Zutat in Sushi, insbesondere Nori für Maki-Rollen. Während Jod für die Entwicklung der Schilddrüse des Babys wichtig ist, kann ein übermäßiger Konsum von jodhaltigen Algen zu Problemen führen.

Sojasauce: Sojasauce, die häufig mit Sushi serviert wird, sollte in Maßen genossen werden, da sie einen hohen Salzgehalt hat. Soja selbst wird als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit als sicher erachtet. Allerdings ist die wissenschaftliche Studienlage begrenzt.

Wasabi: Wasabi, der scharfe grüne Meerrettich, wird oft als Beilage zu Sushi serviert. In kleinen Mengen ist Wasabi während der Schwangerschaft unbedenklich und kann sogar die Verdauung fördern. Jedoch sollte man ihn aufgrund seiner Schärfe in Maßen genießen, da er Magenreizungen verursachen kann.

Eingelegter Ingwer (Gari): Eingelegter Ingwer wird traditionell zu Sushi gereicht, um den Gaumen zu reinigen. Ingwer ist bekannt für seine verdauungsfördernden Eigenschaften und kann bei Übelkeit helfen, was während der Schwangerschaft von Vorteil sein kann. Trotzdem sollte auch Gari in Maßen konsumiert werden, denn Ingwer hat eine wehenfördernde Wirkung.

Sushi für Schwangere: Diese Varianten kannst du bedenkenlos essen

Sushi in der Schwangerschaft essen
Leckere Sushi Alternativen für Schwangere

Für Schwangere gibt es zahlreiche Sushi-Varianten, die ohne rohen Fisch auskommen, zum Beispiel veganes Sushi. Diese Sushi-Varianten bestehen häufig aus Zutaten wie Avocado, Gurke, Karotte oder süßer Paprika. Diese Zutaten sind nicht nur sicher, sondern auch sehr gesund, da sie reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen sind. Vegane Sushi-Rollen können auch mit Tofu oder gebratenen Champignons gefüllt werden, um zusätzlichen Geschmack und Nährstoffe hinzuzufügen.

Sushi mit gekochtem Fisch oder Meeresfrüchten ist ebenfalls eine gesunde Alternative. Beispiele hierfür sind Ebi (gekochte Garnelen), Kani (Krabbenfleisch) oder Unagi (gegrillter Aal). Diese Varianten bieten den Geschmack von Sushi ohne die Risiken, die mit dem Verzehr von rohem Fisch verbunden sind. Gekochter Fisch und Meeresfrüchte sind außerdem eine gute Eiweißquelle und enthalten wichtige Omega-3-Fettsäuren, die für die Entwicklung des Babys von Vorteil sind. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Gehirnentwicklung und das Sehvermögen des Fötus und können dazu beitragen, das Risiko vorzeitiger Wehen zu verringern.

Gut zu wissen: Tamago-Sushi ist eine Sushi-Variante, die besonders bei Schwangeren beliebt ist. Es ist ein süßes japanisches Omelett, das aus Eiern, Kikkoman, Wasser und gekochtem Sushi-Reis zubereitet wird. Dieses Sushi schmeckt nicht nur gut, sondern liefert auch wertvolles Eiweiß. Denn Eier enthalten Cholin, einen wichtigen Nährstoff für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem des Babys.

Weitere Tipps für den sicheren Sushi-Genuss während der Schwangerschaft

  1. Vermeide Buffet-Restaurants: Wähle Sushi-Restaurants, die für ihre hohen Hygienestandards bekannt sind, um das Risiko einer Lebensmittelvergiftung zu minimieren.
  2. Finger weg von Sushi-Buffets: Hier besteht eine erhöhte Gefahr einer Kreuzkontamination!
  3. Frische ist entscheidend: Achte darauf, dass das Sushi frisch zubereitet wird. Vermeide vorgefertigtes Sushi. Auf Nummer sicher kannst du mit unserer Sushi selber machen Anleitung.
  4. Mäßigung bewahren: Auch bei sicheren Sushi-Varianten ist es wichtig, in Maßen zu genießen und eine abwechslungsreiche Ernährung beizubehalten. Übermäßiger Konsum, selbst von sicheren Zutaten, kann zu einem Ungleichgewicht in der Ernährung führen.

Fazit

Mit diesen Tipps und den genannten Alternativen kannst du auch während der Schwangerschaft sicher Sushi genießen, ohne auf den köstlichen Geschmack verzichten zu müssen. Indem du auf sichere Zutaten und sorgfältige Zubereitung achtest, kannst du eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung beibehalten, die sowohl dir als auch deinem Baby zugutekommt. Genieße die Vielfalt der Sushi-Optionen und freue dich auf eine gesunde Schwangerschaft.

Sushi in der Schwangerschaft essen oder nicht – FAQ

Kann ich während der Schwangerschaft überhaupt kein Sushi essen?

Doch, du kannst Sushi essen, aber vermeide rohen Fisch und wähle sichere Alternativen wie vegetarisches Sushi oder Sushi mit gekochtem Fisch.

Welche Fischsorten sollte ich während der Schwangerschaft meiden?

Meide Fischsorten mit hohem Quecksilbergehalt wie Thunfisch, Schwertfisch und Heilbutt.

Sind Algen in der Schwangerschaft sicher?

In Maßen kannst du Algen problemlos genießen, da sie wertvolles Jod liefern. Achte jedoch darauf, nicht übermäßig viele Algen zu konsumieren, um eine überhöhte Jodzufuhr zu vermeiden.